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  Dorferneuerung im AlzGern - Bilanz 2002

In vielen Dörfern in unserer näheren Umgebung, wie z.B. in Halsbach, Erlbach oder Julbach, wurden durch einer Dorferneuerungen nach dem Bayerischen Dorferneuerungsprogramm neues Gemeinschaftsleben in den Dörfern bewirkt und eine neue Lebensqualität geschaffen. Hat auch unser Alzgern einen Nachholbedarf, der nach einer Dorferneuerung verlangt?
Um in Erfahrung zu bringen, wie es um unser Gemeinwesen steht, wo der Schuh drückt, aber auch mit was man zufrieden ist, haben die beiden Ortsheimatpfleger mit Unterstützung der Stadt Neuötting eine umfangreiche Bürgerbefragung durchgeführt. Der hohe Rücklauf der Fragebogen und die vielen, vielen Anregungen in den Antworten, verpflichtete die Initiatoren, den Prozess fortzuführen.
Um die Entscheidung der Stadt Neuötting zu einer Dorferneuerung Alzgerns anzuregen und damit Ideen aus dem Ort für den Ort verwirklicht werden können, wurde eine Arbeitskreis Dorferneuerung gegründet. Eine Dorferneuerung kann nur mit Erfolg gekrönt sein, wenn sich die Bürger beteiligen. "Gemeinsam schaffen wir Lebensqualität" ist das Motto der Dorferneuerung. Sie lebt von und mit der Eigeninitiative und Zusammenarbeit der Bürgerinnen und Bürger.
Um die gesamte Bevölkerung über die Arbeiten und Initiativen im Arbeitskreis zu informieren und um über den Weg zur Dorferneuerung nach dem Dorferneuerungsprogramm zu berichten, haben wir die Alzgerner Postille ins Leben gerufen. Die Postille soll von Fall zu Fall erscheinen.
Nun, nach Aufnahme Alzgerns in das Programm der Dorferneuerung, ist ein geeigneter Zeitpunkt, um ein Resümee zu ziehen.

Die Information soll auch Anreiz für alle Alzgernerinnen und Alzgerner geben, besonders auch für die Kinder und Jugendlichen, Ideen vorzulegen oder sich durch Mitarbeit in der Dorferneuerung einzubringen, in welcher Form auch immer.

 
  Von Al bis Zgern

Arbeitskreis
Anläßlich der offiziellen Vorstellung der Ergebnisse der Bürgerbefragung am 03.12.2001 haben sich spontan mehr als 20 Alzgernerinnen und Alzgerner bereit erklärt, in einem Arbeitskreis zur Dorferneuerung mitzuarbeiten.
Mitglieder dieses Arbeitskreises haben sich seither mehrmals, in verschiedenen Zusammensetzungen getroffen und die Möglichkeiten der Dorferneuerung nach den Wünschen der Bürger lt. Befragung besprochen. Zu den verschiedenen Initiativen des Arbeitskreises, wie z.B. Besichtigungsfahrten zu Dörfern, bei denen bereits eine Dorfneuerung durchgeführt wurde, siehe weiter im Al bis Zgern.

Benennung von Straßen
Ein Fahrer eines Notarztfahrzeugs, dem als Adresse Alzgern HsNr. xxx 1/3 notiert wird, wird sich sehr schwer tun, das richtige Haus schnellstmöglich zu finden, denn die Hausnummern von Nr. 1 (Kuhbauer) bis Nr. 250, die anfangs des 19. Jahrhunderts eingeführt und von Alzgern Ost bis West zugeteilt wurden, sind schon lange nicht mehr in dieser Reihenfolge. Hier ist eine Änderung dringend notwendig! Wir haben deshalb bei der Stadt Neuötting beantragt, dem Problem speziell im Ort Alzgern durch eine neue Straßenbenennung abzuhelfen. Der Stadtrat hat inzwischen auf Antrag der Stadträtin Frau Strohmeyer einen Beschluss zur Änderung gefasst und die Verwaltung mit der Planung und Durchführung beauftragt.
Es wurde ein Arbeitskreis eingeladen. Dabei von der Verwaltung Herr Schötz und Frau Klinger und von Alzgerner Seite Elfriede Strohmeyer, Stephan Blümlhuber, Ludwig Schaffmayer, Günter Richter, Gottfried Jändl jun., Peter Buchner. Folgende Vorschläge wurden erarbeitet:
Aufnahme ins amtliche Ortsnamensverzeichnis: Überfuhr; Alter Pfarrhof; Lohwimm; Unterau

Alzgern: Öttinger Str. ab "Bachtl" Haus Nr. 1;
Straße Richtung "Burgstaller": neuer Name: Zum Eisweiher
In der Dorfstraße: Alzgern mit Hausnummern 1 bis xx
Mittling, Schwepfing: Neue Durchnummerierung von Mittling, bzw. Schwepfing 1 bis xx

Für Änderungen in Jaubing, Mitterhausen, Roja und Eschelbach wurde keine Notwendigkeit gesehen.
Der Stadtrat von Neuötting hat mit Beschluss vom 05. Februar 2003 den Vorschlägen einstimmig zustimmt. Nach Aufnahme der neuen Bezeichnungen im Ortsnamensverzeichnis durch das Landratsamt kann mit der Hausnummerierung begonnen werden.
Erfreulich für die betroffenen Bürger, die Kosten für die Umbenennung und für das neue Hausnummernschild werden von der Stadt übernommen.

Dorferneuerung
Die Bayerische Staatsregierung fördert über das Bayerische Dorferneuerungsprogramm die Entwicklung der ländlichen Gemeinden. Für die Umsetzung von Dorferneuerungen ist von Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten die Direktion für Ländliche Entwicklung (bei uns: Direktion München) beauftragt.
Dorferneuerung ist nicht nur eine Dorfverschönerung, sie geht weit darüber hinaus.
Oberste Ziele einer umfassenden Dorferneuerung sind:
  die Lebens- Wohn- und Arbeitsbedingungen der Menschen zu verbessern
  den ländlichen Raum als Arbeits- und Wirtschaftsstandort zu stärken.

In Zusammenarbeit von Stadt, Teilnehmergemeinschaft/Bürgern, Fachleuten von der Direktion wird eine Dorferneuerung vorbereitet und durchgeführt. Die Bürger werden von Anfang an an den Planungen und Entscheidungen beteiligt.
Um in das Programm aufgenommen zu werden, ist von der Stadt der Antrag bei der Direktion für Ländliche Entwicklung zu stellen. Im Antrag soll verdeutlicht werden:
  welche Zielvorstellungen mit der Dorferneuerung verfolgt werden
  inwieweit sie der Entwicklung des Dorfes und seiner Umgebung dient.

Über die Auswahl und die Aufnahme in das Förderprogramm entscheidet die Direktion nach Antragstellung durch die Stadt und Besichtigung vor Ort.
Der Antrag auf Durchführung einer Dorferneuerung wurde von der Stadt Neuötting am 25. September 2002 bei der Direktion für ländliche Entwicklung eingereicht.
Mit der Antragstellung haben wir unser erstes Ziel erreicht, nämlich die Dorferneuerung auf den Weg zu bringen.

Direktion für ländliche Entwicklung
Herr Regierungsdirektor Biebl von der Direktion für ländliche Entwicklung hatte seinen Besuch auf den 28.01.2003 angekündigt.
Er teilte mit, dass er sich vor einem ordentlichen Beschluss zu einer Dorferneuerung selbst einen Eindruck verschaffen wolle, ob die Voraussetzungen für ein Verfahren zu einer Dorferneuerung überhaupt gegeben seien. Er möchte den Ort und insbesondere die Leute kennen lernen, die hinter dem eingereichten Antrag stehen.
Zur Vorbesprechung im kleinen Rahmen waren geladen: Herr Leder, Bauamtsleiter, von Alzgerner Seiter Herbert Hofstetter und Peter Buchner.
Wir hatten uns auf das Gespräch sehr gut vorbereitet und Herrn Biebl anhand von Dias den gesamten Bereich der ehemaligen Gemeinde Alzgern vorgestellt. Ausführlich wurden ihm die bisherigen Aktivitäten des Dorferneuerungsausschusses dargelegt.
Zum Abschluss des Gesprächs teilte er mit, dass sich die Dorferneuerung nur auf einen Ortsteil, und das sei Alzgern, konzentrieren könne. Für den Start der Dorferneuerung sei derzeit mit einer Wartezeit von 4 -5 Jahren zu rechnen; die Vorarbeiten seien allerdings auf Grund der rührigen Vorarbeit des Arbeitskreises so weit fortgeschritten, dass die eigentliche Vorbereitungsphase (Stufe 1), weitgehend als erledigt angesehen werden kann.
Erfreulich sei auch, dass der Stadtrat der Stadt Neuötting einstimmig dem Antrag zugestimmt hat.
Wie geht es weiter? Anfang 2004 wird voraussichtlich eine große Delegation, mit Vertretern der Regierung zur Ortsbesichtigung nach Alzgern kommen; im Anschluss daran fällt der offizielle Startschuss.
Unter bestimmten Voraussetzungen und Rahmenbedingungen, wäre eventuell eine Anordnung der Maßnahme, bereits in 1 ½ Jahren denkbar.
Unser Fazit: Dank an die Alzgerner für die große Mitarbeit, dadurch konnten wir uns einen sehr großen zeitlichen Vorsprung erarbeiten.

Fragebogenaktion-Bürgerbefragung
Nochmals herzlichen Dank an alle Alzgerner Bürger, die offen ihre Meinung sagten und Vorschläge für eine Besserung der Lebensqualität machten. Das Ergebnis der Bürgerbefragung darf nicht in einer Schublade verstauben, es ist für uns Verpflichtung, die Wünsche, soweit erfüllbar, in einer Dorferneuerung umzusetzen.

Gelbe Seiten Alzgern
Der Arbeitskreis plant ein Branchenbuch für Alzgern zu erstellen. Hier können sich alle Alzgerner Gewerbetreibenden und Landwirte, die Produkte verkaufen, vorstellen.
Wir Alzgerner sollten wissen, was wir bei uns kaufen können, welche Dienstleistungen hier erbracht werden. Es muss nicht immer der Kauf im Supermarkt oder im Baumarkt sein.
Neben der Vorstellung der Betriebe soll auf die örtlichen Behördenwege verwiesen werden, sich Pfarrgemeinde und Vereine vorstellen können und wichtige Adressen und Telefonnummern usw. genannt werden.
Die Erstausgabe soll an alle Alzgerner Haushalte verteilt werden. Weiter hält es der Arbeitskreis für zweckmäßig, die Broschüre neu zugezogenen Bürgern zu kommen zu lassen, damit sie sich umfassend über unser Alzgern informieren können und sofort die notwendigen Ansprechpartner finden.
Die Broschüre soll keine Konkurrenz zum Informationsblatt der Pfarrgemeinde oder zu "Gemeinsam im Alzgern" im Internet sein, sondern soll die Information ergänzen.

Gemeindehaus
Ortsheimatpfleger Peter Buchner bemüht sich stetig, die Bezeichnung Schlösschen zurückzuweisen, denn Alzgern hatte nie ein Schloss. Die aus Werbegründen geschaffene Bezeichnung ist irreführend und inhaltlich dem Bereich der Märchen zuzuordnen.
Das Gebäude ist und war nichts anderes als das alte Alzgerner Schul- und Gemeindehaus. Die Gemeinde Alzgern errichtete die Schule unter größten Schwierigkeiten im Jahr 1832 als Ersatz für die Schulräume im Gartner-Anwesen. Bis zum Jahr 1910 wurde das Gebäude ausschließlich als Schulhaus für die Alzgerner und Emmertinger Kinder genutzt. Da es für den Unterricht der Kinder allmählich zu klein wurde, erstellte die Gemeinde im Jahr 1910 einen Erweiterungsbau. Von da an wurde die bisherige Schule als Lehrerwohnung (zuletzt Fellermeier und Altstätter), als Gemeindehaus und Raiffeisenbank genutzt. Mit der Eingemeindung der Gemeinde Alzgern in die Stadt Neuötting im Jahr 1971 ging auch das alte Schulhaus mit dem Erweiterungsbau auf die Stadt Neuötting über. Den damaligen Vertretern der Gemeinde Alzgern lag das Schicksal des Gemeindehauses sehr am Herzen, denn sie nahmen folgende Bestimmung in den Eingemeindungsvertrag auf: "Im Fall der Veräußerung des alten Schulgebäudes am Gemeindehaus ist der Erlös für die Instandsetzung des Gemeindehauses zu verwenden."
Dem Schulhaus und dem Gemeindehaus war aber ein anderer Weg bestimmt: Das alte Schulgebäude (Erweiterungsbau aus dem Jahr 1910) wurde abgerissen und das Gemeindehaus mit Garten und Schulturnhof wurde an die Bavaria Hotelberufsfachschule veräußert.

Nach dem Insolvenzverfahren der Bavaria steht das Gemeindehaus zur Versteigerung. Nächster Termin ist der 18.04.2003.
Im Interesse des Denkmalschutzes haben die Ortsheimatpfleger in einem eigenen Schreiben die Stadt Neuötting gebeten, sich um den Rückkauf das Gemeindehaus zu bemühen.
Das Gemeindehaus ist neben der Kirche das ortsprägende Gebäude und gehört zu Alzgern. Für eine Neugestaltung des Dorfplatzes würde das Gelände Turnhof und Parkplatz neu Möglichkeiten eröffnen.
Wir werden uns weiter bemühen, dass die Stadt Neuötting nach Möglichkeit das Gemeindehaus zurückkauft, ggf. werden wir die Alzgerner bitten, ihre Meinung im Rahmen einer Unterschriftenaktion mitzuteilen.

Grüß Gott in Alzgern
Die Stadt Neuötting ist dem Wunsch des Ausschusses gefolgt, die Begrüßungstafel vom Containerplatz weg zum Ortseingang zu verlegen. Herzlichen Dank an die Stadt und insbesondere an den Bauhof.
Reinhard Blümlhuber, Pfarrgemeinderatsvorsitzender, stellte den Antrag, die Begrüßungstafel zu ergänzen zum einen um das Embleme "Gemeinsam im AlzGern" zum anderen um die Internet-Adresse Alzgern-online.de.

Heimatbuch
Heimatbücher Alzgern sind in den Geschäften Scheitzender und Richter sowie bei den beiden Ortsheimatpflegern erhältlich. Der Preis wurde nach der Währungsumstellung auf 20 Euro reduziert. Bei uns gilt nicht der Teuro!!
Sie können keine größere Freude bringen, als mit einem Heimatbuch als Geschenk, so die Erfahrung vieler Alzgern.

Internet
Seit dem gemeinsamen Fest "Gemeinsam im Alzgern" im Jahr 2000 besteht die Home-Page www.alzgern-online.de.
Nehmen sich mal die Zeit, denn Alzgern ist im Internet sehr umfangreich vertreten. Auch zur Dorferneuerung findet man dort die neuesten Nachrichten.
Dank für die Arbeit für Alzgern den Machern Reinhard Blümlhuber und Dominik Scharf.

Julbach 08.06.2002
Wir wurden sehr herzlich von Bürgermeister und Kämmerer der Gemeinde aufgenommen, die uns stolz das Ergebnis der Dorferneuerung vorstellten, ihren Dorfplatz mit dem Hühnerbrunnen. Sie informierten uns über die Anfänge der Dorferneuerung, von der Planung über die Entscheidungen bis zur Vollendung. Nach Fertigstellung der Baumaßnahmen durch die Dorferneuerung wandelte sich die zu anfangs von vielen Julbacher Bürgern vorgebrachte Skepsis der allgemeinen Zustimmung. Julbach hat sich ein Dorfzentrum geschaffen, das für uns Vorbildcharakter haben kann. Wer mal in die Richtung unterwegs ist, sollte sich das Zentrum des Ortes einmal ansehen. Die Vertreter der Gemeinde gaben uns auf den Weg, dass eine Dorferneueuerung sehr zu empfehlen sei, da aufgrund der Unterstützung durch die Direktion für ländliche Entwicklung Baumaßnahmen vollendet werden konnten, für die die Gemeinde nicht einmal die Hälfte aufbringen musste und zudem auch Bürger für private Objekte förderte.

 
  Alzgern aus der Luft

Zur Dokumentation hat sich Ernst Unterreiter bereit erklärt, aus einem Motorsegler Luftbildaufnahmen von Alzgern und der ehemaligen Gemeinde Alzgern zu erstellen.
Das Ergebnis ist beeindruckend und eigentlich ist es zu schade, die Dias nur in den Kassetten aufzubewahren.
Wir wollen die Aufnahmen den Alzgernern nicht vorenthalten und bieten daher die Gelegenheit, eine Auswahl der Aufnahmen einzusehen und Bestellungen für das eigene Album oder die häusliche Wand vorzunehmen.
Wir haben deshalb einige Fotos im Schaufenster beim Lebensmittelgeschäft Richter ausgestellt und einen Album mit weiteren Bilder aufgelegt.
Sie können sich die Bilder ansehen und wenn Sie wollen, Bilder dort bestellen. Die Bilder sind sehr preiswert!

  Folgende Preise sind veranschlagt:

13 x 18 1 €
18 x 24 2 €
als Poster 0 x 45 4 €

Bestellungen sind bis Ende März möglich.

Für den Fotoclub: Ernst Unterreiter

Ihre Ortsheimatpfleger

Peter Buchner
und
Herbert Hofstetter

 
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