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Arbeitskreis
Anläßlich der offiziellen Vorstellung der Ergebnisse der
Bürgerbefragung am 03.12.2001 haben sich spontan mehr
als 20 Alzgernerinnen und Alzgerner bereit erklärt, in
einem Arbeitskreis zur Dorferneuerung mitzuarbeiten.
Mitglieder dieses Arbeitskreises haben sich seither mehrmals,
in verschiedenen Zusammensetzungen getroffen und die Möglichkeiten
der Dorferneuerung nach den Wünschen der Bürger lt. Befragung
besprochen. Zu den verschiedenen Initiativen des Arbeitskreises,
wie z.B. Besichtigungsfahrten zu Dörfern, bei denen bereits
eine Dorfneuerung durchgeführt wurde, siehe weiter im
Al bis Zgern.
Benennung
von Straßen
Ein Fahrer eines Notarztfahrzeugs, dem als Adresse Alzgern
HsNr. xxx 1/3 notiert wird, wird sich sehr schwer tun,
das richtige Haus schnellstmöglich zu finden, denn die
Hausnummern von Nr. 1 (Kuhbauer) bis Nr. 250, die anfangs
des 19. Jahrhunderts eingeführt und von Alzgern Ost bis
West zugeteilt wurden, sind schon lange nicht mehr in
dieser Reihenfolge. Hier ist eine Änderung dringend notwendig!
Wir haben deshalb bei der Stadt Neuötting beantragt, dem
Problem speziell im Ort Alzgern durch eine neue Straßenbenennung
abzuhelfen. Der Stadtrat hat inzwischen auf Antrag der
Stadträtin Frau Strohmeyer einen Beschluss zur Änderung
gefasst und die Verwaltung mit der Planung und Durchführung
beauftragt.
Es wurde ein Arbeitskreis eingeladen. Dabei von der Verwaltung
Herr Schötz und Frau Klinger und von Alzgerner Seite Elfriede
Strohmeyer, Stephan Blümlhuber, Ludwig Schaffmayer, Günter
Richter, Gottfried Jändl jun., Peter Buchner. Folgende
Vorschläge wurden erarbeitet:
Aufnahme ins amtliche Ortsnamensverzeichnis: Überfuhr;
Alter Pfarrhof; Lohwimm; Unterau
| Alzgern: |
Öttinger Str. ab "Bachtl" Haus
Nr. 1;
Straße Richtung "Burgstaller": neuer Name: Zum Eisweiher
In der Dorfstraße: Alzgern mit Hausnummern 1 bis xx
|
| Mittling,
Schwepfing: |
Neue Durchnummerierung von Mittling,
bzw. Schwepfing 1 bis xx |
Für
Änderungen in Jaubing, Mitterhausen, Roja und Eschelbach
wurde keine Notwendigkeit gesehen.
Der Stadtrat von Neuötting hat mit Beschluss vom 05. Februar
2003 den Vorschlägen einstimmig zustimmt. Nach Aufnahme
der neuen Bezeichnungen im Ortsnamensverzeichnis durch
das Landratsamt kann mit der Hausnummerierung begonnen
werden.
Erfreulich für die betroffenen Bürger, die Kosten für
die Umbenennung und für das neue Hausnummernschild werden
von der Stadt übernommen.
Dorferneuerung
Die Bayerische Staatsregierung fördert über das Bayerische
Dorferneuerungsprogramm die Entwicklung der ländlichen
Gemeinden. Für die Umsetzung von Dorferneuerungen ist
von Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft
und Forsten die Direktion für Ländliche Entwicklung (bei
uns: Direktion München) beauftragt.
Dorferneuerung ist nicht nur eine Dorfverschönerung, sie
geht weit darüber hinaus.
Oberste Ziele einer umfassenden Dorferneuerung sind:
die Lebens- Wohn- und Arbeitsbedingungen der Menschen
zu verbessern
den ländlichen Raum als Arbeits- und Wirtschaftsstandort
zu stärken.
In Zusammenarbeit von Stadt, Teilnehmergemeinschaft/Bürgern,
Fachleuten von der Direktion wird eine Dorferneuerung
vorbereitet und durchgeführt. Die Bürger werden von Anfang
an an den Planungen und Entscheidungen beteiligt.
Um in das Programm aufgenommen zu werden, ist von der
Stadt der Antrag bei der Direktion für Ländliche Entwicklung
zu stellen. Im Antrag soll verdeutlicht werden:
welche Zielvorstellungen mit der Dorferneuerung verfolgt
werden
inwieweit sie der Entwicklung des Dorfes und seiner Umgebung
dient.
Über die Auswahl und die Aufnahme in das Förderprogramm
entscheidet die Direktion nach Antragstellung durch die
Stadt und Besichtigung vor Ort.
Der Antrag auf Durchführung einer Dorferneuerung wurde
von der Stadt Neuötting am 25. September 2002 bei der
Direktion für ländliche Entwicklung eingereicht.
Mit der Antragstellung haben wir unser erstes Ziel erreicht,
nämlich die Dorferneuerung auf den Weg zu bringen.
Direktion
für ländliche Entwicklung
Herr Regierungsdirektor Biebl von der Direktion für ländliche
Entwicklung hatte seinen Besuch auf den 28.01.2003 angekündigt.
Er teilte mit, dass er sich vor einem ordentlichen Beschluss
zu einer Dorferneuerung selbst einen Eindruck verschaffen
wolle, ob die Voraussetzungen für ein Verfahren zu einer
Dorferneuerung überhaupt gegeben seien. Er möchte den
Ort und insbesondere die Leute kennen lernen, die hinter
dem eingereichten Antrag stehen.
Zur Vorbesprechung im kleinen Rahmen waren geladen: Herr
Leder, Bauamtsleiter, von Alzgerner Seiter Herbert Hofstetter
und Peter Buchner.
Wir hatten uns auf das Gespräch sehr gut vorbereitet und
Herrn Biebl anhand von Dias den gesamten Bereich der ehemaligen
Gemeinde Alzgern vorgestellt. Ausführlich wurden ihm die
bisherigen Aktivitäten des Dorferneuerungsausschusses
dargelegt.
Zum Abschluss des Gesprächs teilte er mit, dass sich die
Dorferneuerung nur auf einen Ortsteil, und das sei Alzgern,
konzentrieren könne. Für den Start der Dorferneuerung
sei derzeit mit einer Wartezeit von 4 -5 Jahren zu rechnen;
die Vorarbeiten seien allerdings auf Grund der rührigen
Vorarbeit des Arbeitskreises so weit fortgeschritten,
dass die eigentliche Vorbereitungsphase (Stufe 1), weitgehend
als erledigt angesehen werden kann.
Erfreulich sei auch, dass der Stadtrat der Stadt Neuötting
einstimmig dem Antrag zugestimmt hat.
Wie geht es weiter? Anfang 2004 wird voraussichtlich eine
große Delegation, mit Vertretern der Regierung zur Ortsbesichtigung
nach Alzgern kommen; im Anschluss daran fällt der offizielle
Startschuss.
Unter bestimmten Voraussetzungen und Rahmenbedingungen,
wäre eventuell eine Anordnung der Maßnahme, bereits in
1 ½ Jahren denkbar.
Unser Fazit: Dank an die Alzgerner für die große Mitarbeit,
dadurch konnten wir uns einen sehr großen zeitlichen Vorsprung
erarbeiten.
Fragebogenaktion-Bürgerbefragung
Nochmals herzlichen Dank an alle Alzgerner Bürger, die
offen ihre Meinung sagten und Vorschläge für eine Besserung
der Lebensqualität machten. Das Ergebnis der Bürgerbefragung
darf nicht in einer Schublade verstauben, es ist für uns
Verpflichtung, die Wünsche, soweit erfüllbar, in einer
Dorferneuerung umzusetzen.
Gelbe
Seiten Alzgern
Der Arbeitskreis plant ein Branchenbuch für Alzgern zu
erstellen. Hier können sich alle Alzgerner Gewerbetreibenden
und Landwirte, die Produkte verkaufen, vorstellen.
Wir Alzgerner sollten wissen, was wir bei uns kaufen können,
welche Dienstleistungen hier erbracht werden. Es muss
nicht immer der Kauf im Supermarkt oder im Baumarkt sein.
Neben der Vorstellung der Betriebe soll auf die örtlichen
Behördenwege verwiesen werden, sich Pfarrgemeinde und
Vereine vorstellen können und wichtige Adressen und Telefonnummern
usw. genannt werden.
Die Erstausgabe soll an alle Alzgerner Haushalte verteilt
werden. Weiter hält es der Arbeitskreis für zweckmäßig,
die Broschüre neu zugezogenen Bürgern zu kommen zu lassen,
damit sie sich umfassend über unser Alzgern informieren
können und sofort die notwendigen Ansprechpartner finden.
Die Broschüre soll keine Konkurrenz zum Informationsblatt
der Pfarrgemeinde oder zu "Gemeinsam im Alzgern" im Internet
sein, sondern soll die Information ergänzen.
Gemeindehaus
Ortsheimatpfleger Peter Buchner bemüht sich stetig, die
Bezeichnung Schlösschen zurückzuweisen, denn Alzgern hatte
nie ein Schloss. Die aus Werbegründen geschaffene Bezeichnung
ist irreführend und inhaltlich dem Bereich der Märchen
zuzuordnen.
Das Gebäude ist und war nichts anderes als das alte Alzgerner
Schul- und Gemeindehaus. Die Gemeinde Alzgern errichtete
die Schule unter größten Schwierigkeiten im Jahr 1832
als Ersatz für die Schulräume im Gartner-Anwesen. Bis
zum Jahr 1910 wurde das Gebäude ausschließlich als Schulhaus
für die Alzgerner und Emmertinger Kinder genutzt. Da es
für den Unterricht der Kinder allmählich zu klein wurde,
erstellte die Gemeinde im Jahr 1910 einen Erweiterungsbau.
Von da an wurde die bisherige Schule als Lehrerwohnung
(zuletzt Fellermeier und Altstätter), als Gemeindehaus
und Raiffeisenbank genutzt. Mit der Eingemeindung der
Gemeinde Alzgern in die Stadt Neuötting im Jahr 1971 ging
auch das alte Schulhaus mit dem Erweiterungsbau auf die
Stadt Neuötting über. Den damaligen Vertretern der Gemeinde
Alzgern lag das Schicksal des Gemeindehauses sehr am Herzen,
denn sie nahmen folgende Bestimmung in den Eingemeindungsvertrag
auf: "Im Fall der Veräußerung des alten Schulgebäudes
am Gemeindehaus ist der Erlös für die Instandsetzung des
Gemeindehauses zu verwenden."
Dem Schulhaus und dem Gemeindehaus war aber ein anderer
Weg bestimmt: Das alte Schulgebäude (Erweiterungsbau aus
dem Jahr 1910) wurde abgerissen und das Gemeindehaus mit
Garten und Schulturnhof wurde an die Bavaria Hotelberufsfachschule
veräußert.
Nach dem Insolvenzverfahren der Bavaria steht das Gemeindehaus
zur Versteigerung. Nächster Termin ist der 18.04.2003.
Im Interesse des Denkmalschutzes haben die Ortsheimatpfleger
in einem eigenen Schreiben die Stadt Neuötting gebeten,
sich um den Rückkauf das Gemeindehaus zu bemühen.
Das Gemeindehaus ist neben der Kirche das ortsprägende
Gebäude und gehört zu Alzgern. Für eine Neugestaltung
des Dorfplatzes würde das Gelände Turnhof und Parkplatz
neu Möglichkeiten eröffnen.
Wir werden uns weiter bemühen, dass die Stadt Neuötting
nach Möglichkeit das Gemeindehaus zurückkauft, ggf. werden
wir die Alzgerner bitten, ihre Meinung im Rahmen einer
Unterschriftenaktion mitzuteilen.
Grüß
Gott in Alzgern
Die Stadt Neuötting ist dem Wunsch des Ausschusses gefolgt,
die Begrüßungstafel vom Containerplatz weg zum Ortseingang
zu verlegen. Herzlichen Dank an die Stadt und insbesondere
an den Bauhof.
Reinhard Blümlhuber, Pfarrgemeinderatsvorsitzender, stellte
den Antrag, die Begrüßungstafel zu ergänzen zum einen
um das Embleme "Gemeinsam im AlzGern" zum anderen um die
Internet-Adresse Alzgern-online.de.
Heimatbuch
Heimatbücher Alzgern sind in den Geschäften Scheitzender
und Richter sowie bei den beiden Ortsheimatpflegern erhältlich.
Der Preis wurde nach der Währungsumstellung auf 20 Euro
reduziert. Bei uns gilt nicht der Teuro!!
Sie können keine größere Freude bringen, als mit einem
Heimatbuch als Geschenk, so die Erfahrung vieler Alzgern.
Internet
Seit dem gemeinsamen Fest "Gemeinsam im Alzgern" im Jahr
2000 besteht die Home-Page www.alzgern-online.de.
Nehmen sich mal die Zeit, denn Alzgern ist im Internet
sehr umfangreich vertreten. Auch zur Dorferneuerung findet
man dort die neuesten Nachrichten.
Dank für die Arbeit für Alzgern den Machern Reinhard Blümlhuber
und Dominik Scharf.
Julbach
08.06.2002
Wir wurden sehr herzlich von Bürgermeister und Kämmerer
der Gemeinde aufgenommen, die uns stolz das Ergebnis der
Dorferneuerung vorstellten, ihren Dorfplatz mit dem Hühnerbrunnen.
Sie informierten uns über die Anfänge der Dorferneuerung,
von der Planung über die Entscheidungen bis zur Vollendung.
Nach Fertigstellung der Baumaßnahmen durch die Dorferneuerung
wandelte sich die zu anfangs von vielen Julbacher Bürgern
vorgebrachte Skepsis der allgemeinen Zustimmung. Julbach
hat sich ein Dorfzentrum geschaffen, das für uns Vorbildcharakter
haben kann. Wer mal in die Richtung unterwegs ist, sollte
sich das Zentrum des Ortes einmal ansehen. Die Vertreter
der Gemeinde gaben uns auf den Weg, dass eine Dorferneueuerung
sehr zu empfehlen sei, da aufgrund der Unterstützung durch
die Direktion für ländliche Entwicklung Baumaßnahmen vollendet
werden konnten, für die die Gemeinde nicht einmal die
Hälfte aufbringen musste und zudem auch Bürger für private
Objekte förderte.
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