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  Unsere Hilfe für Ecuador

Der Pfarrgemeinderat hatte 1999 den Wunsch, ein Entwicklungshilfeprojekt dauerhaft zu unterstützen. Ziel war es, nicht irgendeine große Organisation zu unterstützen, sondern ein Projekt, bei dem ohne große Umwege die Spenden dort ankommen, wo sie dringend benötigt werden. Am Besten wäre ein Projekt mit persönlichem Bezug, damit nachvollzogen werden könnte, was konkret mit den Spenden aus Alzgern geschieht.

Durch einen Zufall erfuhren wir zeitgleich vom ehemaligen Pfarrgemeinderatsmitglied Harald Scharf vom privaten Hilfsprojekt der Familien Uhl und Haider aus Trostberg.

Seit 1999 unterstützt die Pfarrgemeinde St. Mariä Himmelfahrt Alzgern nun deren mit großem persönlichem und finanziellem Einsatz geschaffene Hilfseinrichtung in Ecuador.

Unser Alzgerner Projekt „Adiós caritas tristes llegó mi refrigerio“ (übersetzt: Lebt wohl, ihr traurigen Gesichtchen: da kommt mein Pausebrot)

Herr Uhl berichtete bei verschiedenen Besuchen und Vorträgen in Alzgern darüber, dass viele Kinder ohne Frühstück zur Schule kommen und überhaupt manchmal als einzige Mahlzeit einen Teller Suppe am Tag bekämen.

Wir überlegten im Pfarrgemeinderat, ob wir es schaffen, innerhalb eines Jahres 1.500 EUR für Herrn Uhl zusammen zu bekommen. Da die Summe bei verschiedenen Aktionen in der Pfarrei dank der großen Spendenbereitschaft leicht zusammenkam, überlegten wir darauf hin, ob es uns Alzgernern möglich ist, die von Herrn Uhl angestrebte Schulspeisung dauerhaft finanziell zu stemmen. Die jährlich benötigten 1.500 EUR haben wir seit dem immer zusammen bekommen, so dass mittlerweile seit dem 05. Januar 2004 täglich mehr als 40 Kinder eine warme und nahrhafte Mahlzeit erhalten.

Mädchen aus Ecuador  Gruppe Kinder

Haus EL FRIDE – Kinderhaus im Stile von SOS-Kinderdörfern

2008 habe ich einer Burghauserin vom Alzgerner Hilfsprojekt erzählt. Da diese nach einer Spendenmöglichkeit suchte, bei der sie sicher sein kann, dass der gesamte Betrag ankommt, spendete diese spontan 10.000 EUR.

Damit war der Grundstein für eine weitere Alzgerner Hilfe in Ecuador gelegt. Ich fragte Herrn Uhl, welchen Traum er für sein Hilfsprojekt denn hätte, wenn er 10.000 EUR zur Verfügung hätte. Darauf hin erzählte er mir folgendes:

„Es kommt immer wieder vor, dass Eltern sterben und die Kinder alleine sind, dass die Mutter ins Krankenhaus muss und niemand sich um die Kinder kümmert, dass Kinder wiederholt zum Arzt müssen oder in die Schule gehen wollen – aber sehr weit weg in den Bergen wohnen, dass Kinder missbraucht werden und sich nicht mehr nach Hause trauen. Diese Kinder werden im kleinen Altersheim (von Herrn Uhl gebaut) aufgenommen. Dies ist nur eine Notlösung. Für die Kinder würde ich gerne ein Kinderheim bauen“

Die ursprünglich veranschlagten 15.000 USD (damals ca. 10.000 EUR) reichten nicht aus. Aber dank der guten Kontakte von Herrn Uhl und weiterer Alzgerner Spenden konnte Herrn Uhls neues Projekt realisiert werden.

Am 06. September 2008 wurde das Haus „EL FRIDE“ (nach dem Vornamen unserer Spenderin benannt) eingeweiht und wird seit dem im Stile der SOS-Kinderdörfer betrieben.

An dieser Stelle darf ich allen, die mit ihrer Spende die großartige Alzgerner Hilfe möglich gemacht haben, ein herzliches „Vergelt´s Gott“ aussprechen.

Ihr
Reinhard Blümlhuber,
Ecuador-Beauftragter

 
  Informationen zum Hilfsprojekt

Ursprünglich sollte nur einigen behinderten Kindern in dem kleinen Andenstaat Ecuador geholfen werden, im Laufe der Jahre wurde daraus aber ein kleines privates Entwicklungshilfeprojekt. Wir bemühen uns seit der Adoption eines behinderten Kindes aus Ecuador im Jahre 1981 zusammen mit Freunden und Verwandten den armen, kranken und behinderten Kindern in Ecuador zu helfen. Wir besorgen Medikamente und Hilfsmittel, vermitteln Untersuchungen und Operationen, unterstützen Heime, Schulen und eine ganze Reihe von Familien in verschiedenen Orten des Landes.

1992 gelang es uns zusammen mit Familie Haider, in der Nähe der Stadt Patate (Provinz Tungurahua) in 2.500m Höhe eine kleine Hazienda zu erwerben. Die Idee war, armen Familien Grund, Wohnung und Arbeit zu geben, damit sie ihren Kindern eine Ausbildung ermöglichen könnten. Dort wurde 1995 eine Werkstatt eingerichtet, in der Solarkocher hergestellt werden und junge Burschen unter der Leitung eines Meisters eine handwerkliche Ausbildung erhalten. In einer Nähstube lernen Mädchen und Frauen der Umgebung bei einer Meisterin, Kleider für ihre Familie auszubessern, zu ändern und neu anzufertigen.
Viermal bereits sind Schüler aus dem Hertzhaimer-Gymnasium Trostberg in den Ferien nach Ecuador geflogen, um dort mitzuhelfen. Sie haben die Schule des kleinen Dorfes Yamate renoviert, eine Küche und einen Speisesaal gebaut, neue Bänke und die nötigen Lehr- und Lernmittel beschafft. Ein Kindergarten wurde 1995 errichtet und schließlich noch bei den Indios Salasacas ein Kinderhort gebaut, in dem auch die Waisenkinder des Stammes betreut werden. Diese Einrichtungen werden weiterhin durch das Gymnasium getragen.
Vor allem unterstützen wir das "Patronato" in Patate, eine Gruppe von engagierten ecuadorianischen Frauen, die sich um Kinder und Familien in der Umgebung der Hazienda bemühen, obwohl sie selbst kaum etwas besitzen. Mit Hilfe von deutschen Ärzten, Apotheken und Krankenhäusern können durch dieses Patronato die beiden Ärzte des Ortes mit den nötigen Medikamenten und orthopädischen Hilfsmitteln versorgt werden.
Jugendgruppen und Schulklassen, Erstkommunikanten und Firmlinge, Frauenverbände und Vereine, Familien und Pfarreien machen es mit ihren Beiträgen möglich, in konkreten Notfällen sofort zu helfen.

Mit all dieser Hilfe war es möglich, im Sommer 1997 ein neues Projekt zu beginnen: Da es in Patate eine Reihe von hilflosen und obdachlosen alten Leuten gibt, wird für sie eine Unterkunft geschaffen. Nach dem Erwerb eines Grundstücks und dem Bau einer Straße wurde im Frühjahr mit dem Bau eines Altenheimes begonnen. Das Haus ist gebaut und wurde Ostern in Betrieb genommen. Darüber hinaus wird auf dem Gelände ein Sozialzentrum entstehen mit Gebäuden bzw. Räumen für Notoperation, Entbindung, Röntgenuntersuchung, Arzt- und Zahnarztpraxis, Apotheke und Labor.
Schließlich gilt es noch, für eine "Hausmeisterfamilie" ein entsprechendes Häuschen zu bauen. Bei diesem Projekt arbeiten alle Organisationen in und um Patate zusammen. Und wie sich in Deutschland der Kreis der Helfer ständig erweitert, so geschieht es auch in Ecuador: Menschen, denen geholfen wurde, sind ihrerseits bereit, anderen zu helfen und bei den Projekten mitzuarbeiten. Das ist wohl das beste Zeugnis für ein Entwicklungshilfeprojekt, wenn es Hilfe bietet zur Selbsthilfe.

Familie Uhl

www.ecuadorhilfe.de


 
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